Sie sind hier: Naturkundemuseum im Ottoneum > Das Museum > Wissenswert > Bodenkunde > Bodenprofile im Museum > Löss (Parabraunerde)
Das Museum | Wissenschaft & Personal | Kinderseite
zurück

Bodenprofile im Museum

Löss (Parabraunerde)Löss (Parabraunerde)

Brauner Boden aus Löss. Durch Entkalkung und Versauerung wurde der ursprünglich in der Eiszeit durch Staubstürme abgelagerte, hell gelblich gefärbte, kalkhaltige Löss in einen braunen "Lösslehm" umgewandelt.
Das Bodenprofil der Parabraunerde ist gekennzeichnet durch die Verlagerung
feinster Teilchen ("Ton") aus dem oberen Horizont (Al) in den tiefer liegenden Ton-Anreicherungshorizont (Bt). Der Unterschied im Tongehalt zwischen beiden
Horizonten beträgt bis zu 20%. Der unveränderte Löss folgt frühestens ab etwa
1,5 m Tiefe (unterhalb des Bild-Ausschnitts).
Unter Wald sind diese Böden meist stark versauert und tragen häufig artenarme Buchenwälder. Sobald ihre nachteiligen Eigenschaften durch Kalkung (früher:
Mergeln) und Düngung ausgeglichen wurden, sind Parabraunerden unsere besten Ackerböden. Die hohe Speicherfähigkeit für Nährstoffe und für Wasser ermöglicht
seit der Jungsteinzeit eine Nutzung dieser Böden als besonders fruchtbare
Standorte.
In den Niederungen der nordhessischen Senke (Fritzlarer Börde, Kasseler Becken, Hofgeismarer Senke, usw.) sind diese Böden weit verbreitet. Sie sind nach jahrhundertelanger Ackernutzung oft durch Bodenerosion stark abgetragen, und
es können mehr als 100 cm des ursprünglichen Profils fehlen. Bodenschätzung:
70-80 Punkte (von max. 100).
In den Lößbörden der Trockengebiete Deutschlands (z.B. Thüringer Becken, Magdeburger Börde) können auch Relikte von SCHWARZERDEN auftreten, deren eigentlicher Verbreitungs-Schwerpunkt aber weiter östlich in den Steppen Eurasiens liegt.

Bei dem im Museum gezeigten Profil einer Parabraunerde aus Löss ist in etwa
50-100 cm Tiefe der mit Ton angereicherte Bt-Horizont (ca. 25 % Ton) an seiner Polyeder-Struktur deutlich erkennbar.
Nach oben hin folgt der an Ton verarmte, leicht erodierbare Al-Horizont  (ca. 15 % Ton).
(Der unverwitterte, noch kalkhaltige, gelbliche Löss wäre an diesem versauerten Standort unter artenarmem Buchenwald frühestens ab 150-200 cm Tiefe zu
erwarten)

Abbildung rechts:
Bodenprofil im Naturkundemuseum
Parabraunerde aus Löss
Profiltiefe: 110 cm
Horizonte: Ah Al Bt Bv

Löss (Parabraunerde)

Parabraunerde aus Löss unter Buchenwald

Reinhardswald, westl. Sababurg

Löss (Parabraunerde)

Bördelandschaft mit Löss-Parabraunerden

Kalkung und Düngung ermöglichen intensive landwirtschaftliche Nutzung. Wälder sind auf Anhöhen (schlechtere Böden) und Senken (nasse Standorte) beschränkt.

Löss (Parabraunerde)

Bördelandschaft mit Löss-Parabraunerden

Bäume oder gar Wälder sind allenfalls in wenigen Resten erhalten geblieben. Löss-Parabraunerden gehören (neben den selteneren Schwarzerden) zu unseren fruchtbarsten Böden, auch wenn sie leider besonders stark erosionsgefährdet sind.

Löss (Parabraunerde)

Parabraunerde aus Löss

Tiefgründiger, entkalkter und versauerter, brauner Boden.

Aus dem Al-Horizont wurde der Ton ausgewaschen, im Bt-Horizont hat sich der Ton angereichert.

Tongehaltsdifferenz: ca. 20%. 

 

Löss (Parabraunerde)

Löss-Parabraunerden im Raum Kassel

Lössböden (Parabraunerde)