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Bodenprofile im Museum

Ton/Tonstein (Pelosol)Ton/Tonstein (Pelosol)

Das Bodenprofil des Pelosols wird geprägt durch den hohen Tongehalt dieser Böden,
der - meist jahreszeitlich - zur Quellung und Schrumpfung und dadurch zur Bildung tiefreichender Schrumpfrisse und polyedrischer Aggregate mit glänzenden Aggregat-Oberflächen im P-Horizont führt.
Pelosole sind also in ständiger innerer Bewegung. Sie werden zu den sogenannten "schweren" Böden gerechnet, da ihre landwirtschaftliche Bearbeitung "schwierig" war und erst durch die Entwicklung moderner Maschinen erleichtert wurde. Im Prinzip sind Pelosole fruchtbar; sie leiden allerdings im Hochsommer oft unter Wassermangel.
Pelosole treten vorwiegend unter Wald und Grünland auf, im Kasseler Raum beispielsweise in Gebieten des Oberen Buntsandsteins ("Röt"), z.B. im Warme- und im Esse-Tal aus rötlichen Tonen des Oberen Buntsandsteins. (Rötliche Böden im Reinhardswald gehören hingegen meist zu den Braunerden aus Sandsteinschutt).
Bodenschätzung: 40-60 Punkte (von max. 100)

Das im Museum gezeigte Pelosol-Profil entstand aus rötlichem Tonstein des Oberen Buntsandsteins. Im ca. 40 cm mächtigen Oberboden (P-Horizont) hat eine starke Schrumpfriss- und Polyeder-Bildung stattgefunden.
Unterhalb davon sind im C-Horizont die Merkmale einer eiszeitlichen Fließerde (waagerecht angeordnete Verfärbungen) zu sehen.

Abbildung rechts:
Bodenprofil im Naturkundemuseum
Pelosol aus Tonstein
Profiltiefe: 80 cm
Horizonte: Ah P C

Ton/Tonstein (Pelosol)

Rotgefärbte Pelosole  

Rotgefärbte Pelosole(im Mittelgrund des Bildes) aus Tonen des Oberen Buntsandsteins ("Röt").
Warmetal bei Zierenberg.

Im Vordergrund braune Böden aus Löss.

Rotgefärbte Pelosole Rotgefärbte Pelosole
Ton/Tonstein (Pelosol)

Profil eines Pelosols in Süddeutschland

Schwerer (d.h. schwierig bearbeitbarer) Tonboden.
Quellung (nach Niederschlägen) und Schrumpfung (bei Trockenheit) lassen im P-Horizont Schrumpfrisse und Polyeder entstehen.

Ton/Tonstein (Pelosol)

Tonböden (Pelosole) im Raum Kassel

Tonböden (Pelosol)