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Vorschläge zu Exkursionen

Lössböden (Parabraunerde, mit Übergängen zu staunassen Böden)

Braune Lössböden sind weitverbreitet in der nordhessischen Senke (Fritzlarer Börde, Kasseler Becken, Hofgeismarer Senke, usw.) anzutreffen. Sie befanden sich jahrhundertelang unter Ackernutzung, und sind deswegen meist stark durch Bodenerosion abgetragen. Mancherorts fehlen mehr als 100 cm des ursprünglichen Profils. Unter Ackernutzung sind diese Böden durch Kalkung und Düngung eutrophiert und sehr fruchtbar, während sie unter Wald stark versauert sind.

Braune Lössböden treten ferner in den Gebirgstälern des Reinhardwaldes, vorwiegend an den ost-exponierten Westhängen tief eingeschnittener Täler, auf. Sie können aber sogar Hochflächen - meist in geringerer Mächtigkeit - überdecken, so zum Beispiel weite Teile des Plateaus westlich der Sababurg und im Raum Gottsbüren. Sie befinden sich hier heute oft unter Wald. Im Mittelalter waren sie aber auch beackert. Hier sind sie meist etwas staunass.

Abbildung 8

Trotz ihrer weiten Verbreitung und ihrer großen Nützlichkeit sind braune Lössböden heute leider meist nicht ohne weiteres anzutreffen, weil sie derzeit nicht gut (ehemals z.B. in Lehmgruben) aufgeschlossen sind; sie können allenfalls beim Wegebau und in Baugruben gelegentlich kurzfristig angetroffen werden.

In Wäldern sind gelegentlich Bodenprofile im Rahmen von Bodenuntersuchungen aufgegraben worden, die aber leider sehr rasch wieder zufallen.
Ein geeignetes Profil ist evtl. noch im Wald westlich des Parkplatzes "Dreckloch" am "Urwald Sababurg" zu finden.

Abbildung 8:
Parabraunerde aus Löss unter Buchenwald.
Reinhardswald, westl. Sababurg (nahe Parkplatz Urwald)

Koordinaten
Hoch: 5712445
Rechts: 3535075 

Karte 8
Abbildung 9

Kalkhaltiger, also noch nicht zu braunem "Lösslehm" verwitterter, weißlich-gelber, kalkhaltiger Löss, der in etwa 1,5 m Tiefe unter dem braunen Boden vorliegt, ist heute ebenfalls kaum noch anzutreffen.

Eines der wenigen Vorkommen befindet sich derzeit am Sportplatz
in Maden, unterhalb des Madersteins. Hier ist der gelbliche Löss
von jüngerem Basaltschutt überdeckt und auf diese Weise geschützt worden.

Abbildung 9:
Gelblicher Löss (mehrere m mächtig), oben zu braunem "Lösslehm" verwittert, überdeckt von einem jüngeren, etwa 1 m dicken Basaltschutt.
Am Maderstein (bei Gudensberg)

Koordinaten
Hoch: 5670319
Rechts: 3526828
Karte 9