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Vorschläge zu Exkursionen

Stauwasserböden (Pseudogley, Stagnogley)

Typische Stauwasserböden (Pseudogleye) sind meist aus Löss (Lösslehm) gebildet, der in geringer Mächtigkeit (50-100 cm) auf einem undurchlässigen tonigen Material liegt. Sie sind zwar weit verbreitet, vor allem im Reinhardswald, aber nur selten langfristig aufgeschlossen. Im Bereich von Strassenbau-Maßnahmen sind sie heute am ehesten sichtbar.

Extreme Stauwasserböden (Stagnogleye, "Molkenböden") befinden sich hauptsächlich in den Mittelgebirgen im Süden Deutschlands (z.B. Schwarzwald). Unter Kennern ist der Reinhardswald für seine Molkenböden als Besonderheit weiter im Norden Deutschlands berühmt.

Zuverlässige Punkte, an denen Pseudogleye und Stagnogleye anzutreffen sind, können nicht genannt werden.

Abbildung 10

Es empfiehlt sich aber dringend, im Reinhardswald durch Sturm geworfene Bäume (vor allem Fichten) aufzusuchen, und die aufgerichteten Wurzelteller zu betrachten. Hier kann man zeitweilig einen Blick "von unten" auf oder in einen Boden haben. Staunasse Böden sind oft rostig gefleckt und "marmoriert", die Molkenböden darüber hinaus - ihrem Namen entsprechend - auffallend milchig weiß gefärbt.

Abbildung 10:
Wurzelteller eine Fichte.
Dieser Windwurf erlaubt einen Blick "von unten"
in den durch Nässe milchig-weiß gebleichten Horizont
eines Stagnogleys ("Molkenboden").

Mit etwas Glück kann man solche Baumwürfe mit Molkenboden-Merkmalen im Reinhardswald entlang der Nord-Süd verlaufenden Höhenstrasse zwischen Udenhauser Stock und Sababurg antreffen.

Karte 10

Im übrigen empfiehlt es sich, an naturkundlichen Exkursionen, die gelegentlich auch bodenkundliche Demonstrationen umfassen, teilzunehmen (z.B. Ecomuseum Reinhardswald), um diese bemerkenswerten Stagnogleye kennenzulernen.